Die Thunderbolt Festplatte – Konkurrenz für USB?

Externe Festplatten werden seit geraumer Zeit per USB-Schnittstelle an heimische PCs angebunden – bis jetzt, denn die Thunderbolt Festplatte möchte ab sofort auch ein großzügiges Stück vom Kuchen haben. Die Thunderbolt-Schnittstelle ist dabei noch recht neu und wurde zuerst von Intel unter dem Namen Light Peak entwickelt. Inzwischen ist der Anschluss jedoch serienreif und relativ verbreitet, wenn auch vorerst nur auf Apple-Produkten.

Erhältliche Thunderbolt Geräte Übersicht

Die Funktionweise der Thunderbolt Festplatte

Rein optisch sieht der Thunderbolt-Port so ähnlich aus wie der altbekannte Mini-USB-Anschluss. Auf den verschiedenen MacBooks und größeren Macs, an denen Thunderbolt bislang seinen Einsatz findet, prangt außerdem das Symbol eines Blitzes neben dem Anschluss – das erleichtert die Erkennung für den Kunden, denn der Port an sich sieht dem Mini-USB-Port und auch dem Mini-DisplayPort-Anschluss zum Verwechseln ähnlich.
Für eine Thunderbolt Festplatte und die Übertragung der Daten werden nach wie vor einfache Kupferleitungen genutzt, in den folgenden Jahren sollen jedoch optische Übertragungsverfahren für eine Ablösung sorgen. Die maximal mögliche Datenübertragungsrate ist hingegen bereits jetzt auf einem mehr als aktuellen Stand. Theoretisch kann eine Thunderbolt Festplatte bis zu zehn Gigabit pro Sekunde übertragen – so viel gibt die Schnittstelle bislang als maximale (theoretische) Geschwindigkeit her. In der Praxis wird diese Datenrate natürlich niemals erreicht, da keine Festplatte diese Schreib- oder Lesegeschwindigkeit erreichen kann. Dennoch zeigt es sehr schön, dass bei der Thunderbolt Festplatte niemals die Schnittstelle der limitierende Flaschenhals bei der Datenübertragung sein wird.
thunderbolt funktionsweise

Vorteile der Thunderbolt Festplatte

Gegenüber herkömmlichen externen Festplatten, die auf den USB-Port setzen, kann Thunderbolt mit der erhöhten Übertragungsrate punkten. Selbst das noch recht neue USB 3.0 kommt nur auf maximal fünf Gigabit pro Sekunde – nur die Hälfte des Wertes, den Thunderbolt bereits jetzt erreicht. Außerdem wird Thunderbolt in der Zukunft sehr schnell wachsen. In den nächsten zehn Jahren peilt Intel eine Erhöhung der Datenrate auf bis zu 100 Gigabit pro Sekunde an. Eine Thunderbolt Festplatte mit dieser Datenrate könnte, falls sie die nötige Schreib- und Lesegeschwindigkeit erreichen würde, etwa einen kompletten Blu-ray-Film in nur 30 Sekunden übertragen. Weitere Thunderbolt Infos hier.

Nachteile der Thunderbolt Festplatte

Momentan liegt der einzige Nachteil für den Kauf einer Thunderbolt Festplatte im Preis. Die wenigen Hersteller, die bereits entsprechende Modelle im Angebot haben, setzen ausschließlich auf SSD-Festplatten – welche nun einmal nicht gerade für niedrige Preise bekannt sind. Zwischen 400EUR und 600EUR müssen interessierte Käufer aktuell auf den Tisch legen, um sich eines der begehrten Exemplare zu sichern. Dazu kommt ein geeignetes Thunderbolt Kabel von Apple, welches im Handel noch einmal etwa 50EUR kostet. Thunderbolt ist somit ein schneller und aktuell leider noch recht teurer Spaß.

Ausblick in die Zukunft der Thunderbolt Festplatte

Noch im Jahr 2012 werden auch erste herkömmliche Notebooks und Computer mit der Thunderbolt-Schnittstelle ausgeliefert werden. Somit wird Thunderbolt dann auch auf Windows-Systemen seinen Einstand feiern dürfen. Ob sich die Technologie gleich beim Kunden durchsetzt, ist angesichts des Preises natürlich fraglich.
Wenn man sich die Vorteile gegenüber dem USB-Port anschaut, dürfte es jedoch nur eine Frage der Zeit – oder der fallenden Preise – sein, bis die Thunderbolt Festplatte zum Standard sowohl bei Unternehmen als auch in Privathaushalten geworden ist.